Frise Beethoven
de Gustav KLIMT
1862-1918

 


Klimt, Gustav,  14. 7. 1862 Wien, † 6. 2. 1918 ebenda, Maler, Zeichner und Graphiker; Bruder von Ernst Klimt, Vater von G. Ucicky. Sohn eines Graveurs, bedeutender Vertreter der Wiener Secession. 1876-83 Schüler an der Wiener Kunstgewerbeschule bei J. V. Berger und F. Laufberger, ab 1879 Zusammenarbeit mit seinem Bruder und F. Matsch senior. Klimt führte in dieser Zeit teils dekorative, teils von H. Makart beeinflusste Gemälde für öffentliche Gebäude aus (Theater von Reichenberg 1882/83, Bukarest 1885, Rijeka 1885, Karlsbad 1886; Hermesvilla in Wien-Lainz 1885, Stiegenhäuser des Wiener Burgtheaters 1886-88, Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums in Wien 1890/91). Nach dem Tod seines Bruders 1892 übernahm Klimt den Auftrag für die Deckenbilder (die Fakultäten) in der Aula der Wiener Universität mit F. Matsch (1894). 1905 trat er von dem Auftrag zurück, nachdem die Präsentation seiner "Philosophie" und "Medizin" scharfe Proteste ausgelöst hatte. Klimt war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession und bis zu seinem Austritt 1905 deren Präsident. Sein Stil wandelte sich deutlich, brach mit dem akademischen Ideal und zeichnete sich nun durch intensive Farbgebung, häufige Verwendung von Goldgrund und ornamentale Flächengestaltung sowie teilweise starke Symbolhaftigkeit aus. Als Hauptvertreter und Repräsentant der Wiener Secession hatte Klimt eine einflussreiche Stellung im Kunst- und Kulturschaffen der Monarchie inne und war ein beliebter Porträtist der Wiener Gesellschaft (S. Knips, A. Bloch-Bauer und andere). 1902 schuf er den Beethoven-Fries für die Secession. Eine enge Freundschaft verband Klimt mit den Gründern der Wiener Werkstätte (1903) J. Hoffmann und K. Moser. Ab 1905 entwarf Klimt den Mosaikfries für das Palais Stoclet in Brüssel, der 1911 von der Werkstätte L. Forstners ausgeführt wurde. Bedeutend wurde Klimt ferner für die Landschaftsdarstellung, vor allem aber als Graphiker. Sein umfangreiches zeichnerisches Werk weist eine stark ausgeprägte erotische Komponente auf. Als Bindeglied zwischen Historismus und den modernen Strömungen, zum Beispiel der Kunst E. Schieles, kommt Klimt eine Schlüsselstellung in der österreichischen Kunstgeschichte z

 

 


 


Gustav Klimt gestaltete den berühmten Beethovenfries für die XIV. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession, die vom 15. April bis 27. Juni 1902 stattfand.
In dieser Ausstellung erfuhr die Idee des secessionistischen Gesamtkunstwerks unter der Leitung von Josef Hoffmann ihre hervorragendste Ausprägung. Als Hommage an den Komponisten Ludwig van Beethoven gedacht, bezogen sich die Werke von 21 Mitgliedern der Künstlervereinigung inhaltlich und räumlich auf die eben von Max Klinger fertiggestellte Beethovenfigur.
Klimts monumentaler Wandzyklus befand sich im linken Seitensaal, den der Besucher der Ausstellung zuerst betrat. Heute wird der Fries als eigenständiges Kunstwerk betrachtet und gilt als einer der Höhepunkte des Wiener Jugendstils.

Zerlegt die Neunte sinfonie
<Zunächst also mit Beethovens "Neunter". Kein leichtes Unterfangen. Über 100 CD-Aufnahmen sind von dieser "Symphonie der Symphonien" auf dem Markt - alle großen Dirigenten und Orchester haben sie eingespielt. Und: Kein Werk ist so belastet wie Beethovens Opus 125 mit dem bekannten Schiller-Schlusschor, der "Ode an die Freude". Träumte der Dichter noch vom "Elysium" als moralischen Staat der Zukunft, hat Beethoven nach dem Wiener Kongress alle Hoffnung auf die Besserung der Welt, die Utopie von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, vorerst in himmlische Sphären verlegt. Und trotzdem: Keine Musik wurde von weltlichen Führern derart vereinnahmt wie seine "Neunte": 1872 dirigierte Wagner sie zur Grundsteinlegung in Bayreuth - eine Hommage an seinen musikalischen Übervater. Hitler ließ die "Neunte" 1936 am Eröffnungstag der Olympischen Spiele geben- mit Licht-Illumination und Massenaufmarsch. Später bat er Furtwängler, Beethovens Klassiker als Geburtstagsständchen zu dirigieren. Der willigte - unfreiwillig - ein. Adorno verband mit der "Ode an die Freude" nur einen Namen: "Adolf Hitler". Historisch belastet zog die Musik auch in die Filmgeschichte.: In dem Streifen "A Clockwork Orange" dient sie als Begleitmusik zu KZ-Szenen, und der Komponist Mauricio Kagel ließ in seinem Film "Ludwig van" einen Elefanten sein Geschäft zur "Neunten" machen. Der Respekt vor der Musik ging endgültig flöten. Doch er wurde wieder geboren.
Anders als Wagner wurde Beethoven nach dem Krieg schnell der musikalische Persilschein ausgestellt: Als das Bayreuther Festspielhaus 1951 wiedereröffnete und nach der Vereinnahmung durch Hitler der Welt einen Neuanfang beweisen wollte, dirigierte Furtwängler - na was wohl? - Beethovens "Neunte". Leonard Bernstein hat mit seinem Gespür für große Gesten das vermeintlich realexistierende "Elysium" nach dem Fall der deutsch-deutschen Mauer ebenfalls mit Beethoven gefeiert, als er die Symphonie in Ost und West singen ließt und das Wort "Freude" durch den Chor "Freiheit schöner Götterfunken" ersetzte. Inzwischen ist die "Neunte" zur "Europahymne" aufgestiegen und kürzlich wurde sie von der Unesco als Kulturgut und "Memory of the World" aufgenommen. Keine Symphonie schleppt so viel historischen Ballast mit sich, kaum ein musikalisches Werk ist von mannigfaltigen politischen Systemen vereinnahmt worden - zu Recht oder zu Unrecht. Vielleicht hat Claude Debussy all das geahnt, als er von der "Neunten" als "Popanz zur öffentlichen Verehrung" sprach
Dabei sind die unterschiedlichen Deutungen in der Komplexität der Komposition durchaus angelegt. Mit der Wiener Klassik wandelte sich das Tonsetzen von der schnell hingeschriebenen Gebrauchsmusik zum Kunstwerk mit Reifezeit. Beethoven ließ seine Ideen besonders lange gären, bis er seine letzte Symphonie vollendete. Den Besuchern der Uraufführung schienen die exorbitanten formalen Dimensionen, die Tempiwechsel, das Sammelsurium unkontrollierter Harmonien wesentlich spektakulärer als Beethovens ebenso revolutionärer Clou, die Symphonie mit einem - von den ersten drei Sätzen scheinbar losgelösten - Chor zu beenden. Und trotzdem: die Uraufführung wurde ein Erfolg. Und mit ihr begann der ewige Streit, wie eine Ordnung in das strukturelle Chaos zu bringen ist.
Toscanini hat sich die Sache noch recht einfach gemacht und die "Neunte" als effektvollen Donnerschlag dirigiert. Furtwängler las Beethovens musikalisches Glaubensbekenntnis eher kosmisch transzendent: In der Anfangs-Quinte (a-e), die sich in den Hörnern, den zweiten Violinen und den Celli aufbaut, sah er die Auferstehung einer neuen Welt - ähnlich wie zu Wagners Welt-Wabern im "Rheingold". Und er blies sie zu einer zeittypisch pathetischen Wunsch-Welt auf. Damit räumte spätestens Günter Wand auf: Er schützte Beethoven vor seiner eigenen Überschwänglichkeit, ließ den Finalsatz nicht im benommen Freudentaumel enden, sondern dirigierte stattdessen das unsentimentale Undestatement. Spätestens hier schienen alle Lesarten ausdirigiert. >Axel Brüggemann ist Musikredakteur der WELT am SONNTAG
 


Die Sehnsucht nach dem Glück (die schwebenden Frauengestalten der ersten Tafel)
la Frise Beethoven ou L'Hymne à la Joie


A l'image de la 9 ème symphonie de Beethoven , la frise  mesure 34,14 mètres de long est construite en 3 temps;s : la partie centrale mesure 6,30 mètres et les deux panneaux de gauche et de droite mesurent 13,92 mètres chacun.

Cette frise est conservée au Pavillon de la Sécession, à Vienne.

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Klimt-Secession Building, Vienna

In dieser Ausstellung erfuhr die Idee des secessionistischen Gesamtkunstwerks unter der Leitung von Josef Hoffmann ihre hervorragendste Ausprägung. Als Hommage an den Komponisten Ludwig van Beethoven gedacht, bezogen sich die Werke von 21 Mitgliedern der Künstlervereinigung inhaltlich und räumlich auf die eben von Max Klinger fertiggestellte Beethovenfigur.